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Die Gemeinschaft der Claretiner von Pater Georg Vanchipurackal CMF Die Kongregation der Claretiner-Missionare (offizieller Titel: Söhne des Unbefleckten Herzens Mariens) wurde im Jahr 1849 vom heiligen Erzbischof Antonius Maria Claret (+1870) in Spanien ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist, durch die Verkündigung des Wortes Gottes und durch andere Dienste des Apostolats zum Wohl und Heil der Menschen auf der ganzen Welt zu wirken. Der Gründer selber hat das Leitbild eines Claretiner-Missionars so gezeichnet: Ein Sohn des Unbefleckten Herzens Mariens ist ein Mann mit glühender Liebe. Wohin er kommt, weckt er Begeisterung für Christus. Wirkungsvoll sucht er mit allen Mitteln in jedem Menschen die Kraft der göttlichen Liebe zu entfalten. Nichts hält ihn zurück. Er freut sich auch in Entbehrung, ist bereit zu jeder Arbeit. Er nimmt auch schwere Aufgaben gern auf sich. In Verleumdung und Leid verliert er die Freude nicht. Sein einziger Gedanke ist: die Nachfolge Christi im Beten, Arbeiten und Leiden, die Verherrlichung Gottes und das Heil der Menschen (vgl. Autobiographie Nr. 494). Leben und Wirken des heiligen Pater Claret Antonius Maria Claret wurde am 23. Dezember 1807 als Sohn eines Textilfabrikanten in Sallent in den Pyrenäen Nordspaniens geboren. Sein Vater wollte, daß er einmal Geschäftsführer in seiner Fabrik werde und so ein „schönes Leben" führe. Aber der junge Antonius entschied sich wider den Willen des Vaters zum geistlichen Beruf. Gott wurde immer mehr der Mittelpunkt seines Lebens. Nach seiner Priesterweihe 1835 war er zunächst für einige Jahre in einer Pfarrei in seiner Heimatdiözese tätig. Sein Wunsch aber war, später als Missionar unter den Nichtchristen zu arbeiten. Leider ist dieser Wunsch nicht in Erfüllung gegangen. Stattdessen hielt er viele Volks- und Gemeindemissionen und setzte sich für die Erneuerung der christlichen Familien und Gemeinden durch die Verlebendigung des Glaubens ein. Christi Liebe drängte ihn dazu (vgl. 2 Kor 5,14). Mit allen möglichen Mitteln kämpfte er als Priester und später als Erzbischof von Kuba gegen die soziale Ungerechtigkeit in seinem Heimatland Spanien und auf der Insel Kuba. Antonius Claret hat das Wort Gottes nicht nur gepredigt, sondern gelebt. Wer ihn kannte, bewunderte seine einfache Lebensweise, sein unerschütterliches Gottvertrauen, seine tiefe Christus- und Marienverehrung und seinen Missionseifer. Seine Predigten und Reden, die rund 25000 zählen, und die 144 Bücher, die er geschrieben hat, zielten darauf, daß die Botschaft Jesu in die Tat umgesetzt werde. Seine große Liebe zu den Armen und Notleidenden war weit bekannt. In seiner Autobiographie schrieb Claret: „Ich kann kein Unglück und keine Not mitansehen, ohne zu helfen. Ich würde mir das Brot noch aus dem Mund nehmen, um es einem Armen zu geben, und ich möchte es erst gar nicht in den eigenen Mund stecken, damit ich es hergeben kann, wenn man mich darum bittet. Es fällt mir schwer, etwas für mich auszugeben, wenn ich an all die Nöte denke, die es zu beheben gilt" (Autobiographie Nr.10). Der Heilige war auch ein großer Freund der Jugendlichen. Er schrieb verschiedene Bücher über sie und erklärte ihnen, wie sie ihr Leben erfolgreich und sinnvoll gestalten könnten. Als Erzbischof von Kuba hatte er die Initiative ergriffen, den Jugendlichen eine gute Erziehung und Schulung zu ermöglichen. Durch seine Hingabe an Gott und durch seine Liebe zu den Mitmenschen zeigte er, wie man wahres Glück und echte Lebenserfüllung finden kann. Aufgrund seiner Menschenfreundlichkeit und Herzensgüte wurde er von Jung und Alt gleichermaßen bewundert. Dies bedeutet jedoch nicht, daß er keine Feinde gehabt hätte. Im Gegenteil: als Priester und Erzbischof wurde er sowohl in Spanien als auch in Kuba immer wieder von böswilligen Menschen und politischen Machthabern verleumdet und verfolgt. Die Entwicklung der Claretiner-Kongregation Das Lebensideal des hl .Claret war ansteckend. Junge Menschen glaubten ihm fest, daß sie in der Berufung zum „Sendboten Gottes", zum Missionar, echte Lebensfreude und wahre Lebenserfüllung finden können. Sie hörten die Verheißung Jesu, daß jeder Mensch, der um des Himmelreiches willen auf die Annehmlichkeiten des Lebens verzichtet, dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen wird (vgl. Mt 19,29). Auch in den Worten des Propheten Jesaja fanden sie für ihre Berufsentscheidung eine Ermutigung: „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten! Frieden kündet er, bringt frohe Botschaft, Heil kündet er, zu Sion spricht er: `Dein Gott ist König'" (Jes 52,7). Angespornt durch die Worte und Taten des hl.Claret entschlossen sich zahlreiche junge Menschen in Spanien, sein Missionswerk fortzusetzen. Seine ersten fünf Mitarbeiter waren junge Diözesanpriester. Im Laufe der Jahre folgten viele andere von In- und Ausland, um als Claretiner-Missionare in der Kirche zu arbeiten. Die Geschichte der Claretiner-Kongregation im 20. Jahrhundert ist ereignisreich und bewegend. Sie verzeichnet ihr schnelles Wachstum und ihr segensreiches Wirken auf allen Kontinenten, trotz Widerstand und Verfolgung in manchen Ländern wie in Spanien, China, Kuba und in einigen Ländern Afrikas. Allein in Spanien wurden während der Revolution 1936 insgesamt 274 Claretiner wegen ihres Glaubens ermordet. Am 24. Oktober 1992 wurden 51 von ihnen von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Heute umfaßt die Claretiner-Kongregation rund 3000 Mitglieder und sie arbeiten in 56 Ländern. Zu ihnen gehören Bischöfe, Priester, Diakone, Brüder und Priesterkandidaten. Außerdem gehören zu der großen Claretiner-Familie auch verschiedene Ordensgemeinschaften von Frauen, die ihr Charisma dem hl.Claret verdanken, und zahlreiche Laiengruppen. Obwohl Priester- und Ordensberufe in den letzten Jahren in vielen Ländern zurückgegangen sind, erfreut sich die Claretiner-Kongregation jährlich einer ansteigenden Zahl der Ordensberufe. In manchen Ländern, z.B. in Indien, wo der Glaube an Gott lebendig ist, das Familienleben gesund bleibt und die Christen die Apostolischen Schreiben des Papstes im Glaubensgehorsam annehmen, gibt es viele junge Menschen, die dem Ruf des Herrn freudig Gehör schenken. In Indien gibt es schon zwei Claretiner-Provinzen mit 300 Mitgliedern, obwohl die Kongregation erst vor 27 Jahren durch die Initiative der Deutschen Provinz dort Fuß gefaßt hat. In Indien treten seit einiger Zeit jährlich 80-100 neue Kandidaten in die Gemeinschaft der Claretiner ein. Die Claretiner in Deutschland Die Ursprünge für die Claretiner in Deutschland liegen im Jahr 1907, als ein junger Deutscher in Rom zufällig mit dem damaligen Ordensgeneral P. Martin Alsina in Kontakt kam. Der junge Mann, der Claretiner-Missionar werden wollte, wurde zum Studium nach Spanien geschickt. Begeistert von dem claretinischen Charisma, ermunterte dieser zahlreiche junge Menschen in Deutschland, in die Claretiner Kongregation einzutreten und ihre Ausbildung in Spanien zu absolvieren. Über hundert junge Männer folgten dieser Einladung. Die Priesterweihe des ersten deutschen Claretiners fand 1914 statt. Jahr für Jahr empfing nun eine kleine Gruppe Deutscher die Priesterweihe. Manche andere wurden Ordensbrüder. Bald plante man, auch in Deutschland einige Niederlassungen zu gründen. Die erste geschah in Spaichingen bei Tuttlingen (1924); danach wurden weitere Stützpunkte eröffnet: in Weißenhorn bei Neu-Ulm (1925), in Würzburg (1930), in Frankfurt am Main und in Schlesien (beide 1934). Während des Zweiten Weltkrieges wurden die allermeisten Patres und Studenten zum Kriegsdienst eingezogen und viele von ihnen sind nicht mehr heimgekehrt. Die Niederlassungen waren entweder zerstört oder beschlagnahmt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann für die deutschen Claretiner ein neuer Frühling. Die zerstörten Häuser wurden notdürftig hergerichtet oder wiederaufgebaut. Das Haus in Würzburg wurde Amtssitz des Provinzoberen. Das Claretinerkolleg in Weißenhorn eröffnete wieder sein Gymnasium und neuerdings ist es zusätzlich eine begehrte Jugendbegegnungsstätte geworden; das Theologenseminar in Frankfurt bekam erneut zahlreiche Ordensberufe. In Spaichingen und in der ganzen Umgebung konnten sich die Claretiner wieder den verschiedensten pastoralen Aufgaben widmen. 1951 übernahmen die deutschen Claretiner eine Pfarrei in Wien und 1954 gründeten sie dort ein geistliches Zentrum. Von dort aus entfaltete sich später die Cursillobewegung im ganzen deutschsprachigen Raum. 1958 wurde in Zürich eine Niederlassung errichtet und die Claretiner begannen dort, spanische, italienische und englische Gastarbeiter seelsorglich zu betreuen. Seit 1959 betreuen die Claretiner die gut 6000 Seelen große Diaspora-Pfarrei „Maria Königin" in Lüdenscheid. Auch die Übernahme von Missionen im Ausland lag den deutschen Claretinern am Herzen. Zu ihrer Unterstützung war eine Missionsprokura gegründet worden. 1962 erhielten die Claretiner die kirchliche Aussendung zur Missionsarbeit in der heutigen Republik Kongo, wo deutsche und kongolesische Claretiner ein großes Missionsgebiet betreuen. Ein weiteres Missionsprogramm von großer Bedeutung begann sich in der Verpflanzung unserer Kongregation nach Indien (1970) zu verwirklichen. Die deutsche Mutterprovinz ist heute stolz darauf, daß diese Gründung in Indien inzwischen zu zwei blühenden Ordensprovinzen angewachsen ist. Durch die Initiative der deutschen Claretiner und durch die Mitarbeit der indischen Claretiner konnte unsere Kongregation neuerdings auch in Sri Lanka Wurzeln schlagen. Und als jüngstes Unternehmen arbeiten deutsche und polnische Claretiner in Krasnojarsk in Sibirien. Dieser kurze Überblick zeigt, wie das Erbe des hl. Antonius Maria Claret in der Geschichte der deutschen Claretiner lebendig bleibt. Heute arbeiten wir in vielfältigen Bereichen der Seelsorge: Pfarrseelsorge, Jugendarbeit, Presseapostolat, Erwachsenenbildung, Schule, Gemeindemission, Alten- und Krankenseelsorge, Exerzitienarbeit, Cursillo, Mission im Ausland ... Wir Claretiner freuen uns, daß wir auch weiterhin durch unseren Einsatz zum Aufbau des Gottesreiches in dieser Welt und zum Wohl der Mitmenschen beitragen dürfen. Und wir bitten Gott, daß sich viele junge Menschen mit gutem Charakter und apostolischem Eifer uns anschließen. Kontakt-Adresse: Claretiner Postfach 5567 - 97005 Würzburg Tel.: 0931 - 79652 - 0 oder Fax 0931- 79652 - 36 Anregungen: - Claretiner: CMF, Ziel, Gründer - Leben und Wirken Clarets, evtl. mit Bildern aufzeigen - Zeitleiste zur Entwicklung der Claretinerkongregation in Deutschland - Arbeitsbereiche der Claretiner - Begriffe: Kongregation, Charisma, Diakon |