CLARETINER-GEMEINSCHAFT

 

 Lebensprogramm...

Man schrieb den 16. Juli 1849. Schauplatz war ein kleines Zimmer im Priesterseminar in der Stadt Vich in Spanien. Rings um Pater Claret saßen an einem Tisch fünf junge Priester. Sie hießen: Stephan Sala (37), Josef Xifré (32), Emmanuel Vilaró (33), Dominicus Fábregas (23) und Jakob Clotet (27). Pater Claret war sich wohl bewußt: allein wird er seine Sendung nie ganz erfüllen können. Er braucht Mitarbeiter. So gründete er die Gemeinschaft der Claretiner-Missionare, „Söhne vom Unbefleckten Herzen Mariens".

Ziel unserer Gemeinschaft ist es, in allem die Ehre Gottes, die Heiligung ihrer Mitglieder und das Heil aller Menschen zu suchen, gemäß unserer Berufung und Gnadengabe in der Kirche Gottes.

Im Zimmer über den Männern hing das Bild vom Herzen Mariens. Nicht durch Zufall. Maria war auch dabei, als der Geist Gottes über die Apostel kam. So erwartet der Stifter, daß sich alle Mitglieder dem Herzen Mariens weihen. Der amtliche Titel der Gemeinschft ist somit ein Programm: „Kongregation der Missionare, Söhne des Unbefleckten Herzen Mariens".

Eine wechselvolle Geschichte...

Unsere Gemeinschaft erlebte seit ihrer Gründung im Jahr 1849 eine äußerst bewegte und wechselvolle Geschichte. Sie ist rasch gewachsen, obwohl Pater Claret kurz nach der Gründung als Erzbischof nach Kuba berufen wurde. Um 1890 waren es schon tausend Mitglieder, um 1925 bereits zweitausend, um 1955 zählte die Gemeinschaft nahezu dreitausend Mitglieder und heute (im 150. Jahr seit der Grünung) gibt es in 56 Ländern der Welt über 3000 Claretiner.

Die „Lebenskurve" steigt stetig an. Sie wurde nur zweimal verlangsamt: in den dreißiger Jahren als Folge der Spanischen Revolution, bei der 274 Claretiner in Spanien ermordet wurden, und während der letzten zwei Jahrzehnte durch die in weiten Teilen der Kirche deutlich gewordene Krise der Priester- und Ordensberufe.

Ein Dokument des Glaubens ist ein Brief aus dem Kerker während der Revolution in Spanien 1936: „Liebe Brüder im Herzen Mariens! Vorgestern (11. 8. 1936) starben mit dem Mut der Martyrer sechs Mitbrüder aus unserer Mitte. Heute (13. 8.) errangen zwanzig weitere die Siegespalme. Morgen werden wir - es sind unser noch 21 - sterben... Keiner unter uns zeigt Schwäche... Wir beten, daß unser Blut lebenspendend in deine Adern hinüberfließe, liebe Kongregation, die du unsere gemeinsame Mutter bist..." Am 24. Oktober 1992 wurden die 51 Claretiner-Martyrer von Barbastro vom Papst seliggesprochen.


 

Claretiner heute...

Claretiner Missionare wirken in 56 Nationen und sind in 32 Provinzen oder Delegationen aufgeteilt. Spanien als Gründungsland stellt geographisch einen Schwerpunkt dar. 42 % der Mitglieder sind in sechs spanischen Ordensprovinzen verteilt. Ein zweiter Schwerpunkt befindet sich in Lateinamerika: dort wirken in fast allen Ländern Süd- und Mittelamerikas 35 % der Claretiner, 10 % arbeiten im übrigen Europa, 7 % in Nordamerika und Kanada und 6 % in Asien und Afrika.

Was am notwendigsten ist...

Der größere Teil unserer Missionare ist im alten Europa tätig, wobei neben Pfarrseelsorge und Unterricht vor allem die vielfältigen Formen der Verkündigung des Wortes Gottes hervorzuheben sind. „Missionarisch" verstehen wir im Sinne des Stifters so, daß wir tatkräftige Mitarbeiter des Papstes und der Bischöfe in der Verkündigung der Frohbotschaft sein sollen, um das Reich Gottes in der ganzen Welt auszubreiten. Wir versuchen, ganz im Sinne Pater Clarets, uns für die apostolischen Aufgaben zu entscheiden, die „am dringendsten, zeitgemäßesten und wirksamsten" sind. Dabei setzen wir alle uns möglichen Mittel ein.

Die Liebe Christi...

Immer wieder haben wir uns die Frage zu stellen, ob wir den besonderen Dringlichkeiten des Reiches Gottes nach bestem Können entsprechen. Pater Claret wollte, daß uns diese Frage ständig begleitet. Das Pauluswort „Die Liebe Christi drängt uns" war sein Wahlspruch. Dementsprechend äußert sich unser Wirken in allen Ländern in jeweils verschiedenen Arbeitsbereichen. In Nordamerika liegt der Schwerpunkt in der Betreuung von Pfarreien, im Presseapostolat, im sozialen Engagement der Bewegung „Iustitia et pax". In Lateinamerika steht der Einsatz für die Armen im Vordergrund.

Aufbau junger Kirchen...

Ein Schwerpunkt ist seit Jahren der Aufbau junger Kirchen: In den Ländern Afrikas wurde unser Engagement verstärkt; z. B. übernahm die deutsche Provinz neue Missionsgebiete in Zaire, die italienische Provinz in Gabun. Die amerikanische bekam einen Auftrag in Nigeria. Dort wächst in den letzten Jahren die Zahl geistlicher Berufe. Äquatorialguinea - durch die Arbeit unserer Missionare in 100 Jahren zu 90 % christlich geworden - war zehn Jahre Schauplatz schrecklicher Tragödien. Ein Großteil der Missionare, auch die beiden Bischöfe, wurden des Landes verwiesen, acht einheimische Patres in Haft genommen. Erst 1980 eröffnete sich nach dem Sturz der Regierung eine neue Möglichkeit für unsere missionarische Arbeit, die jedoch „ganz von vorne anfangen mußte".

In Indien...

Eine weitere große Hoffnung für die Zukunft der Claretiner tat sich in Indien auf. Der unerwartete große Zustrom junger Menschen zum Priester- und Ordensberuf veranlaßte uns, dort Fuß zu fassen. Die deutsche Ordensprovinz übernahm die Verantwortung für die Ausbildung indischer Kandidaten und für den Aufbau neuer Niederlassungen. Inzwischen gibt es zwei indische Claretiner-Provinzen: Bangalore und Madras.

 

Neue Wege der Verkündigung...

In den Ländern Europas versuchten die Claretiner-Missionare in den vergangenen Jahren, neue Wege im Apostolat zu gehen. Sie engagieren sich z. B. in der Jugendarbeit, im Schriftenapostolat, in der Cursillobewegung oder in der Seelsorge für Gastarbeiter und in neuen Formen der Gemeindemissionen. In Rom und Madrid wurde jeweils ein Institut für die Weiterbildung in der Spiritualität des Ordenslebens gegründet.

Idealbild des Claretiners...

So versuchen Claretiner in aktueller Weise sich auf die verschiedenen Erfordernisse im Apostolat einzustellen. Sie wollen stets für den Dienst am Evangelium in der gesamten Kirche verfügbar sein. Sie lassen sich dabei vom Idealbild leiten, das Pater Claret von einem Claretiner gezeichnet hat und das er selbst vorlebte:

Ein Sohn des unbefleckten Herzens Mariens

ist ein Mann mit glühender Liebe.

Wohin er kommt, weckt er Begeisterung für Christus.

Wirkungsvoll sucht er mit allen Mitteln in jedem Menschen

die Kraft der göttlichen Liebe zu entfalten.

Nichts hält ihn zurück.

Er freut sich auch in Entbehrung,

ist bereit zu jeder Arbeit.

Er nimmt auch schwere Aufgaben gern auf sich.

In Verleumdung und Leid verliert er die Freude nicht.

Sein einziger Gedanke ist:

die Nachfolge Christi im Beten, Arbeiten und Leiden,

die Verherrlichung Gottes und

das Heil der Menschen.


 

CLARETINER-GEMEINSCHAFT

 

Anregungen:

-Bilder von Vich

 -Gründungsphoto

-Ziel der „Söhne vom Unbefleckten Herzens Mariens“

-Abkürzung CMF

-Wachstumskurve zeichnen

-Bilder der Märtyrer von Barbastro

-Kreisdiagramm „Claretiner heute“ (Verteilt auf die Welt)

-Was heißt „missionarisch“ tätig sein

-Wahlspruch P. Clarets und woher er kommt

-Schwerpunkt in Nordamerika

-Schwerpunkt in Südamerika

-Weltkarte mit „Claretinerstandorten“ (siehe auch: www.claret.org/de/cmf/mundo/index.php)

-Länder suchen, beschreiben… (je Schüler evtl. 1 Land auch als Partner)

-Situation in den einzelnen Ländern aus „Echo-Heft“ suchen

-Wege der Verkündigung:

-Begriffe: CMF, Kongregation, Vich, Spanische Revolution, Märtyrer, Barbastro, Seligsprechung, Apostolat

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