Wurzeln und Flügel in Clarets Nachfolge

SPAICHINGEN

Die Claretiner feierten gestern ein Jubiläum. Bereits seit 80 Jahren wohnen und wirken sie auf dem Dreifaltigkeitsberg und für die Region. Der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche war dem Fest­tag gewidmet. So ging aus der Predigt von Provinzial Pater Armin Sixt klar hervor, was den Volksmissio­nar Antonius Maria Claret in erster Linie ausmachte.

Auf der einen Seite machte den Or­densgründer das Wissen um die Be­deutung seiner Wurzeln, seine Familie und seinen Glauben aus, auf der anderen Seite seine Lust, seine Hoffnung, diesen Glauben weiterzugeben.

„Mit offenem Herzen den Gottes­dienst miteinander feiern", so sollte der Festtag der Claretiner beginnen, freute sich der neue Provinzial, der ei­gens aus Würzburg angereist war. „Seine Wurzeln und seine Flügel", das macht den Claretiner aus. Dankbar wisse er die Kraft seines Glaubens zu schätzen. Und er wisse, dass die Zu­kunft dazu da sei, den Menschen, die Hilfe brauchen, konkrete Hilfestellungen zu geben, im Dienste des Evange­liums.

Am 16. Juni 1924 übernahmen die Claretiner die Wallfahrtskirche auf dem Dreifaltigkeitsberg, nachdem ih­nen zunächst Skepsis entgegenge­bracht worden war. In ihren beschei­denen Anfängen wurden die aus Spanien stammenden Claretiner schließlich tatkräftig unterstützt. Mit Wäsche und Essen wurde ihnen ausgeholfen. Der Grund für das Niederlassen auf dem Berg sei die gesuchte Nähe zu den Menschen. Denn sie wollten und wollen bis heute die Möglichkeit ha­ben, ihre „Lebenshilfe" anbieten zu können. Den Trauernden Freude ge­ben, den Suchenden Halt geben, den jungen Menschen Orientierung bie­ten, das sehen die Nachfolger des Heiligen Clarets als ihre Aufgabe. Inzwi­schen sei der Claretinerorden ein „geistiges Zentrum". Vielen der Menschen auf dem Land sei das zu verdanken, da diese sich verbunden fühlten und den Orden unterstützten.

Der feierliche Gottesdienst wurde mit Chormusik des Kirchenchors Aixheim mit gestaltet. Im Anschluss gab es Raum und Zeit zur Begegnung im Saal. Anlässlich des Fests strömten Menschen -auch zur Vesper- aus der ganzen Region und darüber hinaus auf den Berg.   Coralie Infante

 

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